Home

Ein Elternabend für unsere türkischen Erziehungsberechtigten


Am Mittwoch, 16.11. 2006 wurde zum zweiten Mal der Elternabend für türkische Erziehungsberechtigten durchgeführt. Herr Mahmut Gergerli, Lehrer und Mitarbeiter der Schul- und Bildungsberatung und Herr Poyraz, Sozialpädagoge vom Verein AÇILIM - präventive Arbeit mit Migrantenfamilien, informierten die Eltern in ihrer Muttersprache über viele Themen rund um die Schule.

Auch Frau Serap Köksal, die zuständige Lehrerin für die islamische Unterweisung in der Walliser Grundschule, war anwesend.

Herr Gergerli gab einen umfassenden Überblick über die Schulen allgemein, unter anderem auch über Übertritte von der Grund- und Hauptschule in weiterführende Schulen, die Noten und Benotung in den verschiedenen Klassen, Lernzielkontrollen, Prüfungen und dergleichen.

Des Weiteren wurde von Herrn Poyraz Faktoren benannt, die im schulischen Erfolg eine Rolle spielen und wie die Eltern ihre Kinder unterstützen können. Folgende Themen wurden angesprochen.


1. Die Sprach- und Lesekompetenz: Muttersprache und Deutsch und vor allem Deutsch als Schulsprache,

Bücher/Lesen/Vorlesen,

2. Die Förderung der kognitiven Fähigkeiten: Stärkung der Denkprozesse

3. Die Bedeutung des Wissenserwerbs: Wissen wird auf Vorwissen aufgebaut etc.

4. Die Bedeutung des informellen Lernens bezüglich des Schulerfolgs, dies bedeutet,

dass auch die Eltern bereit sein müssen, dazu lernen zu wollen.  

5. Bewusstes und kontrolliertes Fernsehen: Hier bezog sich Herr Poyraz auf die letzte Pfeiffer-Studie.

Diese besagt, dass "Fernsehen die Kinder dick, dumm und traurig macht" und viel zu viele Fernseher u.ä. Geräte in türkischen Kinderzimmern stehen würden.

6. Eltern als Vorbilder: Gewaltfreie Erziehung vor allem Erziehung in einer gewaltfreien, liebevollen Atmosphäre, innerfamiliäre Demokratie.

7. Grenzen setzen und diese auch respektieren.

8. Fördern, aber auch fordern! Kinder sind nicht aus Zucker.

9. Die Erziehung der Jungen: Zu viel Schutz macht schwach und verhindert die Entwicklung vieler

Fähigkeiten, dies erschwert die Anpassung an die reale Welt. Hier sind Väter besonders als Vorbilder gefordert.


Daneben wurden systembedingte Schwierigkeiten angesprochen und nach Lösungswege gesucht. Der Tenor war: Nicht alles ist gerecht ist, man muss aber trotzdem das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten machen muss. Nicht jammern, sondern handeln! Aus nichts kommt nichts, von alleine passiert nichts: Lernen, Schulerfolg, soziale Beziehungen/Aktivitäten der Kinder u.ä. waren weitere Diskussionspunkte.


Zum Abschluss wurden von den Referenten einige Ergebnisse verschiedener Studien vorgestellt. Darunter waren neben der PISA und Iglu Studie auch der Bayerischer und der  1. Münchner Bildungsbericht. In diesem Zusammenhang wurden auch staatliche Beratungsstellen benannt, bei denen man sich Unterstützung und Hilfe holen kann. Hier gilt: Rechtzeitig handeln und Rat holen!  

Nach zwei Stunden endete der Elternabend, der nicht nur informativ war, sondern auch in einer sehr offenen und positiven Stimmung stattgefunden hat. Besonders bereichernd für die Referenten waren - laut Herrn Poyraz - die viele Ergänzungen und Fragen.


Ali Poyraz / Anita Bock

Grundschule an der Walliser Straße, München