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Michael


Russland



Russland  ist ein föderativer Staat im nordöstlichen Eurasien und flächenmäßig der größte der Erde. Nach der russischen Verfassung sind die beiden Bezeichnungen Russland und Russische Föderation gleichwertig. Russland zählt mit seinen rund 144 Millionen Einwohnern zu den weltweit am dünnsten besiedelten Flächenstaaten. Die Hauptstadt des Landes ist Moskau. Als weiteres wichtiges Zentrum gilt Sankt Petersburg, das zwischen 1712 und 1917 Hauptstadt war und eine architektonische und kulturelle Brücke Russlands nach Westeuropa bildet.


Das heutige Russland entwickelte sich aus dem Großfürstentum Moskau, einem Teilfürstentum des früheren ostslawischen Reiches Kiewer Rus, zu einem über einhundert Ethnien zählenden Vielvölkerstaat und Weltreich, wobei ethnische Russen mit heute ca. 81 Prozent der Bevölkerung den tragenden Teil des Staatsvolkes ausmachen. Seine geographische Brückenlage zwischen Europa und Asien wirkte sich fundamental auf die Entwicklung Russlands aus und wurde zu einem zentralen Thema in der Diskussion um das nationale Selbstverständnis.


Die Russische Föderation ist "Fortsetzerstaat" der Sowjetunion in internationalen Organisationen, Atommacht und ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates. Nach der Erholung von der postkommunistischen Transformationskrise der 1990er Jahre gehört Russland gegenwärtig nach Kaufkraftparität zu den sechs größten Volkswirtschaften der Welt und gilt als eine wichtige Industrienation, die auch durch ihren Reichtum an natürlichen Ressourcen eine hohe internationale Bedeutung hat. Im August 2012 trat Russland der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Außerdem ist Russland das größte Land  mit  17.075.400 km².Der Präsident ist Vladimir Putin und der Ministerpräsident Dmitri Medwedew. In Russland gibt es Rubel-und Kopekenmünzen. 100 Rubel sind zum Beispiel 2€. Hier ist die Flagge von der russischen Föderation:


    


Die beliebten Speisen in Russland sind Kaviar, Pelmeni (das sind Teigtaschen mit Fleisch innendrin) und die beliebtesten Getränke sind Vodka.

Rund 40 Prozent der Fläche Russlands ist von Gebirgen überzogen. Dabei bildet der Ural die Trennlinie zwischen dem europäischen und asiatischen Teil des Landes; er stellt allerdings wegen seiner geringen Höhe von knapp 2000 Metern (Narodnaja, 1895 m) keine wirkliche Barriere dar. Östlich des Ural erstreckt sich das sehr flache Westsibirische Tiefland, das bis zum Fluss Jenissej reicht und von weiträumigen Sumpflandschaften durchzogen ist. Südöstlich wird das Westsibirische Tiefland durch das Mittelsibirische Bergland abgeschlossen, das sich bis zum Fluss Lena erstreckt und im Norden zum schmalen Nordsibirischen Tiefland abfällt. Zum Mittelsibirischen Bergland gehören die Gebirge Sajan (Munku Sardyk, 3491 m) und das höchste Gebirge Sibiriens - der Altai (Belucha, 4506 m), im russisch-kasachisch-chinesisch-mongolischen Grenzgebiet. Östlich der Lena erhebt sich das Ostsibirische Bergland, das sich in verschiedene Gebirgsketten, wie das Werchojansker Gebirge (2389 m in Orlugan) und Tscherskigebirge (Pobeda, 3003 m), verzweigt und Höhen bis gut 3000 m erreicht. Die Halbinsel Kamtschatka ist durch ihre 160 Vulkane mit Höhen bis zu 4688 m geprägt, von denen 29 noch aktiv sind.


Weitere Gebirge in Russland sind: Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Stanowoigebirge, Stanowoihochland, Tannu-ola-Gebirge. Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5642 Meter) im Kaukasus. Es folgen der Kasbek mit 5047 Meter und der Kljutschewskaja Sopka mit 4750 Meter.    


Mit 120.000 Flüssen und Strömen und fast zwei Millionen Seen ist Russland sehr wasserreich. Der Waldgürtel, der zwei Drittel der Fläche einnimmt, wirkt zusammen mit dem Niederschlagsüberschuss als riesiger Wasserspeicher, der ein ganzes Netz an Wasserläufen speist. Der Nordrussische Landrücken als seine Verlängerung gegen den Ural hin bildet die Wasserscheide zwischen Wolgabecken und Weißem Meer bzw. Barentssee im Norden. Dies hat zur Folge, dass es keine durchlaufenden Wasserwege gibt, welche die nördlichen mit den südlichen Randmeeren verbinden. Im europäischen Teil Russlands ist der wichtigste Fluss die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Zusammen mit ihren beiden Nebenflüssen Kama und Oka entwässert sie einen großen Teil der Osteuropäischen Ebene nach 3534 Kilometern zum Kaspischen Meer im Südosten. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Eine große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt auch der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer wichtigen Wasserstraße macht. Die längsten Flüsse Russlands liegen in Sibirien und dem fernöstlichen Russland. Der Ob entspringt im südsibirischen Altai und ist eine wichtige regionale Wasserstraße. Der Fluss ist rund 3680 Kilometer lang und bildet zusammen mit dem Irtysch, die beide in das Nordpolarmeer münden, mit einer Gesamtlänge von 5642 Kilometern das längste Flusssystem Asiens. Die rund 4400 Kilometer lange Lena fließt zunächst in nordöstliche Richtung, biegt nach dem Einmünden des Aldan nach Norden und mündet in einem ausgedehnten Delta in die Laptewsee. Der fünftlängste Fluss, der Jenissei, fließt aus der Mongolei nach Norden durch Ostsibirien und mündet ins Nordpolarmeer. Sein Hauptzufluss, der Angara, stellt den einzigen Abfluss des Baikalsees dar. Der Jenissei führt dem Nordpolarmeer jährlich mehr als 620 Kubikkilometer Wasser zu. Damit verzeichnet er die höchste Durchflussmenge aller russischen Flüsse. Weitere wichtige Flüsse, die dorthin münden, sind die Petschora, die Nördliche Dwina sowie die Kolyma und die Indigirka.


Das zweitgrößte Flusssystem besteht aus Amur, Schilka und Onon. Es hat eine Gesamtlänge von etwa 4400 Kilometern und führt vom Norden der Mongolei in östlicher Richtung entlang der chinesischen Grenze zur Pazifikküste. Die Flüsse Amur und Anadyr sind die größten Flüsse, die in den Pazifischen Ozean fließen. Viele andere Ströme sind als Verkehrswege und als Energiequellen bedeutend, oder sie dienen in trockenen Regionen der Bewässerung. Der Don nimmt dabei eine herausragende Stellung ein. Er liegt im bevölkerungsreichen Osteuropäischen Tiefland und entwässert nach Süden in das Asowsche Meer. Andere wichtige Flüsse sind Moskwa, Selenga, Tobol, Steinige Tunguska, Untere Tunguska, Ural, Ussuri und viele mehr.


Das polare Klima an der Nordküste Russlands ist Lebensraum für Polarbären, Robben, Walrosse und Seevögel. In der sich südwärts anschließenden Tundra leben Polarfüchse, Eulen, Schneehasen und Lemminge. Im Sommer wandern große Herden von Rentieren und Wölfen in die Tundra ein. Diese Tiere sind an die lebensunfreundlichen Umstände dieser Zone perfekt angepasst. In den Wäldern von Russland nimmt die Artenvielfalt in der Tierwelt zu. So leben in der Taiga und den borealen Nadelwäldern Russlands Elche, Rentiere, Wölfe, Bären, Zobel, Eichhörnchen, Füchse und der Vielfraß. Weiter südlich haben sich Wildschweine, Nerze und Hirsche ausgebreitet. Vereinzelt gibt es auch Sibirische Tiger. Die Steppenzone Russlands ist der Lebensraum für Hamster, Ziesel sowie für den Iltis und den Steppenfuchs.


Schon in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus war das ostslawische Gebiet offenbar von vielen städteähnlichen Siedlungen gekennzeichnet, weshalb die skandinavischen Waräger es Gardarike ("Reich der Städte") nannten. Zu den ältesten erhaltenen Städten auf dem Gebiet der Russischen Föderation zählen Nowgorod, Smolensk, Pskow, Rostow, Murom und Beloosero, die alle noch im ersten Jahrtausend nach Christus gegründet wurden. Im 11. und 12. Jahrhundert wurden weitere Städte im Zentrum Russlands von slawischen Siedlern gegründet. In dieser Zeit entstanden Moskau, Jaroslawl, Twer, Wladimir, Wologda, Kirow, Tula, Kursk, Kostroma, Rjasan und etwas später Nischni Nowgorod. Aufgrund der Landesgröße war eine Vielzahl großer Städte als Stützpunkte notwendig. Mit der Eroberung Kasans und Astrachans zur Mitte des 16. Jahrhunderts folgte durch die Russische Kolonisation die Gründung weiterer Städte im Osten, Südosten und Süden. Zahlreiche Städte wurden zunächst als Grenzfestungen gegründet. Im Süden waren dies Stützpunkte der Verhaulinie gegen die Krimtataren, wie Orjol (1566) und das heutige Woronesch (1586). Weiter östlich, an der Wolga entstanden in dieser Zeit weitere Städte wie Samara (1586), Zarizyn (1589) und Saratow (1590). In Sibirien entstanden nach dessen Eroberung zahlreiche Kosakenforts, sogenannte Ostrogs. Aus ihnen wuchsen später Städte wie Tobolsk, Irkutsk, Bratsk, Tomsk und Jakutsk heran. Städte im Ural- und Altai-Gebirge wie Perm (1723), Jekaterinburg (1723) oder Barnaul (1730) entstanden in der Epoche Peters des Großen im Zusammenhang mit den dort vorhandenen Erzen und kostbaren Mineralen. Mit dem Niedergang der Krimtataren und dem weiteren Vorstoßen Russlands in den Kaukasus entstanden im 18. Jahrhundert neue Festungen und Städte. 1784 wurden Stawropol und Wladikawkas gegründet, 1793 Krasnodar, 1805 Nowotscherkassk, 1818 Grosny, 1844 Port Petrowsk.

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